Zwischen Klappbrücke und Klostermauern
Zehdenicker Ultralauf 2025
Der 12. Zehdenicker Ultra- und Staffellauf fand am Wochenende des 19. + 20.7.2025 statt. Zehdenick liegt etwa 40 KM nördlich von Berlin im Landkreis Oberhavel.
Das Format ist ein 29 Stundenlauf, der um 10 Uhr am Samstag gestartet wurde und am nächsten Tag um 15 Uhr endete. Im Rahmenprogramm und somit als Nebenwettkämpfe gab es einen 6 Stundenlauf, nunmehr in der 3. Auflage, der beliebig innerhalb dieser Zeit gestartet werden konnte und beendet werden musste. Somit letzte logische Startmöglichkeit war um 9 Uhr sonntagmorgens. Ein Kinder- und Jugendlauf sowie eine Sonderwertung für die Lebenshilfe Oberhavel e.V. standen hier ebenso auf dem Programm wie eine gesonderte Teamwertung. Die Laufrunde war eine 1,07 KM lange Runde entlang der Havel zur dortigen Hastbrücke, die den Sportplatz des SV Zehdenick 1920 einschließt, unweit am Zisterzienserinnen-Kloster
Eingebettet im dortigen Stadtsportfest von Zehdenick waren u.a. noch Drachenbootrennen, sowie ein Fußball- und Volleyballturnier in unmittelbarer Nähe auf dem Sportplatz des SV Zehdenick 1920 e.V.
Der Ultralauf fand nun schon in der 12. Auflage statt erstmals im Jahr 2010 und war in der Pandemiezeit von 2020 bis 2023 unterbrochen. Ab dort übernahm Michael Gerlach die Rennleitung und hielt somit den Lauf am Laufen, organisiert durch die Vereine Kreuz & Quer SwimRun e.V. sowie den Havelrunners e.V.
Einige Vereinsmitglieder der LG Mauerweg Berlin hatten sich auch in diesem Jahr nach und nach dafür interessiert und angemeldet, sodass für die 29 Stunden vier (Anke Schülke, Jörn Seelig, Paul Müller, Sigrid Eichner) und für die 6 Stunden acht Teilnehmende (Karina Kluge, Tobias Ziesing, Lore Steiner, Jörn Künstner, Herbert Mauel, Anja Kirchner, Andrea Möhr und Jörg Lockstaedt) am Start waren und in die Wertung kamen.
Andrea (6 h 39,59 KM) und Anja (6 h 37,45 KM) starteten diesmal für andere Teams und somit waren sie nicht bei der Teamwertung mit aufgeführt.
Den größten Erfolg für sich und dem Verein erzielte dabei Anke Schülke im Hauptwettbewerb der 29 Stunden. Sie gewann die Frauen-Gesamtwertung beeindruckend und erzielte hinter dem Gesamtsieger Eleftherios Lampiris auch die zweitbeste Kilometerleistung.
Die unermüdliche Sigrid Eichner (W85) erzielte in 8h36 genau 40 Runden und somit verbuchte sie einen weiteren Marathon mit 42,8 KM in ihrer Vita. (Anmerkung d. Redaktion: Sie lies es sich nicht nehmen am nächsten Tag zum Berliner Läufercup beim Hohenschönhausener Gartenlauf an den Start zu gehen!) Respekt vor dieser Leistung bei den doch sehr schwülen Temperaturen.
Und nun zu Anke Schülke. Ich bat sie mir einige Zeilen ihrer Eindrücke für diesen Bericht zukommen zu lassen, die ich hier gern ungefiltert übernehme:
„Zufriedenheit? Was heißt das aus Läufer*innensicht. Die Platzierung ist es bei mir jedenfalls eher nicht. Es sind auch nicht immer nur die Ziele, die man erreicht, sondern das Gefühl danach. Manchmal ist es gut, wenn man klar kommuniziert, was man erreichen will und nicht zu tiefstapelt. Wer mich fragte, was ich mir vorgenommen habe, dem habe ich gesagt: Ich bin angereist, um mir meinen Streckenrekord zurückzuholen. Gesagt! Getan! Naja ganz so einfach war es nicht. Ein wirklicher Lauffluss ist in Zehdenick durch die sechs Treppenstufen die es auf der 1,07 km langen Runde zu bewältigen gibt, nicht möglich bzw. nur solange die Beine frisch sind. Das extrem schwüle und sehr warme Wetter und der Streckenverlauf teils am Kanal war herausfordernd. In der Nacht musste ich dem Wetter des Tages Tribut zollen und entgegen des eigentlichen Vorhabens, so einige andere, dann doch zwei drei Stunden schlafen gehen. Danach ging es aber wieder besser, wobei jedes Anlaufen Kampf bedeutete. Nicht nachdenken und nicht rechnen, einfach nur Runde für Runde abspulen. Am Ende hat der Kopf entschieden und ich wurde mit 100 Meilen und Streckenrekord 164 km nach 23h45 belohnt. Jede weitere Runde war für die Ewigkeit. Es sind aber auch die Mitläufer und deren Versorger, die einen über die Strecke tragen und manchmal, wenn man kurz davor ist, doch aufzugeben, sind die richtigen Worte da. Ein toller Lauf, bei dem insbesondere viele Kinder in Bewegung gebracht wurden, denn die konnten läuferisch Enten sammeln und mit diesen, Preise gewinnen. Die Orga ist spitze und der Initiator Michael, der den Lauf am Leben gehalten hat, tut dies mit viel Liebe. Ein Kind hat seine Mama gefragt, warum laufen die hier alle im Kreis. Ich habe ein paar Runden Zeit gehabt, darüber nachzudenken. Antwort! Weil es Spaß macht 😇Der Pokal ist der Knaller. Ein Ziegelstein 🤩“
Eine schöne erlebnisreiche Schilderung und Werbung für diese tolle Laufveranstaltung. Im Übrigen war Anke nun zum 3. Mal dabei und hat jedes Mal die Frauenwertung gewinnen können:
2017 153,6 km // 2018 163,2 km // 2025 185,11 km (Streckenrekord Frauen)
Foto: Rene Schulz projekt1975.de
Die Teamwertung wurde dieses Jahr erstmals über die Anzahl der Teammitglieder und die im Durchschnitt ermittelten Runden ermittelt. Hier belegte die LG Mauerweg Berlin den 3. Platz nach den Vereinen K&Q twenty-niner und dem Laufpark Stechlin.
Foto: Rene Schulz projekt1975.de
Alle Ergebnisse sind hier gelistet und können nachgelesen werden:
https://myracepartner.com/veranstaltung/?event-id=322896
https://statistik.d-u-v.org/getresultevent.php?event=116493
https://statistik.d-u-v.org/getresultevent.php?event=116492
O-Ton Michael Gerlach: „…wir hatten um die 100 Ultraläufer*Innen am Start und 30 Kinder und sind froh, dass wir die Kinder so gut mit einbinden konnten. Und auch die Sonderwertung für die Lebenshilfe zeigt eine gute integrative Maßnahme.“
Die LG Mauerweg Berlin kann sich nur bedanken, dass diese tolle Veranstaltung unweit von Berlin weiterhin existiert und freut sich auf das nächste Jahr, „reminder“ ist gesetzt: 4.+ 5. Juli 2026
Veranstalter ORGA-TEAM:
Kreuz&Quer – SwimRun e.V. (Michael Gerlach, Anika Gerlach)
Havelrunners e.V. (Alexander Manzel, Alex Berg)
https://zehdenicker-ultra-und-staffellauf.jimdosite.com/
Text und Collagen: J. Lockstaedt
Fotos: S. Lockstaedt, K. Kluge, N. Möhr und mit freundlicher Genehmigung von Michael Gerlach der Fotograf Rene Schulz projekt1975.de





