
„2013 bin ich bei bei der Brocken-Challenge voller Vorfreude gestartet ohne zu wissen was auf mich zukommt, und ich kann nur sagen es war der Hammer!“ Das war der Beginn meines Bewerbungstextes für die Brocken-Challenge 2014, ein Erlebnis-Wohltätigkeits-Ultramarathon von Göttingen auf den Brocken im Harz. Insgesamt sind das 80 Kilometer und 1.900 Höhenmeter.
Ich bin im Vorfeld immer wieder gefragt worden: Warum tust du dir das an? Eine kurze, plausible Antwort darauf gibt es nicht. Für mich war es die erste Challenge als Mitglied der LG Mauerweg. Mit mir waren viele erfahrene Vereinsmitglieder am Start: Michael Frenz, den man bei Facebook als Neues vom Hexer kennt, der erst vor wenigen Wochen beim Spine Race in England erfolgreich gewesen ist und Dirk Richter. Beide liefen die Brocken Challenge diesmal in weniger als zehn Stunden. Als eigenes Team startete LG-Mauerweg-Mitglied Cornelia Balke zusammen mit Karl Rohwedder. Beide meisterten die 100Meilen Berlin 2013.
Andre Berberisch war als Novize dabei. Ganz leise fragte er mich vor dem Start: „Gabi darf ich mich an Dich orientieren?“ Das war schon ein großes Kompliment, denn ich war erst zum zweiten Mal bei der Brocken-Challenge dabei. Er hat mich am meisten beeindruckt, da er den Brocken in rund elf Stunden rockte. Dabei war dieser Langstreckenlauf erst sein zweiter Ultramarathon überhaupt. Ich habe großen Respekt davor und gratuliere ihm herzlich.
Für mich fühlte sich der Lauf ein klein wenig an wie mein eigener Jakobsweg. Viele Kilometer bin ich mit mir und meinen Gedanken allein in herrlicher Natur unterwegs. Sowohl mental, als auch körperlich war der so genannte Entsafter der schwierigste Streckenabschnitt. Der Entsafter ist ein Teilstück jenseits der Marathonmarke von etwa 15 Kilometern Länge. Auf diesem Abschnitt gibt es nur einen einfachen Verpflegungspunkt. Bis Kilometer 73 bei Oderbrück war es ein Frühlingslauf, doch dann kam der Winter in seiner schönsten Form zurück. Schneetreiben und Schneesturm vom Feinsten machten das Laufen zum Wintersport. Spätestens dann stellte ich mir erneut die Frage warum ich mir das bloß antue. Der Jubel und die Anerkennung im Ziel und das Gefühl etwas großartiges erlebt zu haben, das ist es, was mich antreibt, das ist die Antwort auf die Frage. Alle erfolgreichen Brocken-Challenger, die bereits auf dem Weg nach Schierke mir entgegen kamen, motivierten mich und trieben mich auf den Gipfel.
Meine Bewerbung fürs nächste Jahr ist schon in meinen Gedanken, wir sehen uns wahrscheinlich bei der Brocken-Challenge 2015.