Für Mauerwegläufer Mirko Jachmann stand am Wochenende weder Berlin noch der Rennsteig auf dem Programm. Kurbedingt hatte es ihn woandershin verschlagen. Aber wann hat man schon mal Gelegenheit, Halbmarathon in Magdeburg zu laufen? Einen mäßigen Stadtlauf hatte er erwartet – erlebt hat er einen wunderbaren Landschaftslauf.
„Aus DDR-Zeiten habe ich Magdeburg als eine graue unansehnliche Industriestadt in Erinnerung. Das hat sich gewaltig geändert. Bereits am Freitag besuchte ich das Hundertwasserhaus. Den Dom natürlich kannte ich noch aus alten Zeiten. Man merkt aber auch noch die Unfertigkeit dieser Stadt.
Ganz schnell ausgekühlt und bibbernd kam ich am Sonntagmorgen zum Startplatz. Das Wetter war genauso wie offenbar auch in Berlin, vor allem der Wind machte den Leuten zu schaffen. Der Anmarsch über die Sternbrücke war insofern überraschend, als diese Brise tatsächliche ein dicke massive Stahlbrücke ins Wanken brachte. Saublödes Gefühl, wenn man ausserdem noch an Höhenangst leidet. Statt eines wogenden Meeres von Gelbhemden erwartete mich diesmal … niemand. Ich muss lange überlegen, wann ich den letzten Lauf gemacht habe, wo ich tatsächlich niemanden getroffen habe.
Nun aber genug der Trostlosigkeit. Nur der Start war nochmal gruselig, weil es über diesselbe Brücke ging, nun aber mit ein paar tausend Läuferfüßen. Das Hin-und Herschwanken fand ich ziemlich komisch. Man denkt, man ist besoffen. Der Lauf war aber wirklich toll, los ging es immer entlang der Elbauen stadtauswärts Richtung Norden, vorbei an vielen Neubauten, aber auch alten Schanzanlagen und einer riesigen Kanone, die an Zeiten des 30-jährigen Krieges erinnern.
Am VP 1 stand eine riesige Dampflok abfahrtbereit, offenbar mit einem Traditionszug, aus dem uns viele Kinder zuwinkten. Nach 5 Kilometern ging es dann rechts der Elbe am Wasser entlang und dann ca. 5 Kilometer durch einen wunderbaren
Wald mit alten schweren Eichen. Zurück ging es dann immer noch rechts der Elbe durch den Elbauenpark zum Rotehornpark, in dem Start und Ziel lagen. Eigentlich war es eher ein Park- und Waldlauf als ein Stadtlauf, mit einer schönen Streckenführung! Ich habe es sehr genossen.
Verpflegungspunkte waren aller 5 Kilometer mit Wasser und Apfelschorle eingerichtet, was bei den Temperaturen vollkommen gereicht hat. Im Ziel gab es dann noch Iso, Bananen und Äpfel. Vom Belag her gemischt, mit Asphalt, Split, Schotter und Waldwegen.
Also wer im Mai durch Zufall mal in der Gegend ist, mitlaufen lohnt sich.“
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(Text und Fotos: Mirko Jachmann)