Etwa eine Woche vor der Fahrt nach Schwerin wusste Mauerwegläufer Maximilian Kayser bereits, dass es eine ganz schön heiße Angelegenheit werden sollte. Doch er fühlte sich gut vorbereitet, und außerdem war er als Fahrer fest eingeplant. Mit Jens Noack, Matze Weiser und Simone Riedel war sein Auto voll – es gab also kein Zurück. Hier sein persönlicher Laufbericht vom Hitzetest am 4. Juli.

„Mitte Juni war ich bei ähnlichen Temperaturen bereits am Tollensesee den Halbmarathon gelaufen und fühlte mich danach nicht wirklich kaputt. Dort hätte ich noch weiter laufen können, in Schwerin sollte es dann soweit sein.

Im Hinblick auf den Berlin-Marathon im September sollte es für mich ein längerer Trainingslauf werden. Einen Hitzelauf als Vorbereitung für die Mauerwegstaffel im August wollte ich auch mal testen – also sollte es beim 5-Seen-Lauf bei 33 Grad ins Rennen gehen.

Auf den ersten 10 Kilometern ging die landschaftlich sehr schöne Strecke überwiegend direkt am Schweriner Innensee entlang. Nach 5 oder 6 Kilometern im Schatten fragte ein Läufer neben mir, was ich mir denn zeitlich vorgenommen hätte, er wäre die 30 Kilometer schon mal in 2:30 bis 2:45 Stunden gelaufen Hatte ich endlich mal einen Läufer gefunden, der mein Tempo mitgehen kann?

Mein Ziel, das ich mir gesteckt hatte, war,  gemütlich in unter 3 Stunden ins Ziel zu kommen.  Ich kam gut zurecht in der Hitze – war ich zu schnell, sollte ich meine Taktik ändern? Ich lief einfach mal weiter 😉 Da war noch mehr drin!

Nachdem ich die ersten Kilometer in praller Sonne hinter mir gelassen hatte, dachte ich mir, so schlimm kann es ja gar nicht mehr werden. An allen Verpflegungspunkten versorgte ich mich ausreichend mit Wasser und nahm immer mindestens einen Becher mit auf die Reise um mir diesen später noch über den Kopf zu schütten, als Erfrischung bei hochsommerlichen Temperaturen.

Nach knapp 20 Kilometern merkte ich, dass vor mir kaum jemand war. Wo waren denn alle hin? Lag es daran, dass ich mich im Gegensatz zu den restlichen Läufern recht wenig an den VPs aufhielt, oder war ich doch schnell unterwegs? Ich lief einfach in meinem Tempo weiter – am Ende sollte dann doch beides zutreffen 😉

Ab Kilometer 26 wurde es dann auch für mich etwas anstrengend, da es jetzt immer wieder unvorhersehbar hoch und runter ging – was ich aus Berlin eigentlich nicht gewohnt bin. Am Ende reichte es dann noch zu einem Schlussspurt den Berg hoch, nachdem ich auf den letzten Kilometern noch einige erschöpfte Läufer aufgesaugt hatte.

Nach 2:28:17h war ich letztlich ungeplant schnell im Ziel, was mir den 55. Platz von 444 Finishern einbrachte. In meiner Altersklasse bedeutete es den 6. Platz.“

Text: Maximilian Kayser, Fotos: Maximilian Kayser und Mirko Jachmann

Die Ergebnisse über alle Distanzen gibt es hier. Glückwunsch an Max zu seiner tollen Zeit, aber auch an Matze Weiser und Boris Arendt, die nach drei Stunden das Ziel erreicht haben – eine Top-Leistung bei diesen Temperaturen! Und Gratulation auch allen anderen Mauerwegläuferinnen und -läufern, die sich bei diesen Bedingungen der Herausforderung gestellt haben!