
Für den diesjährigen Etappenlauf haben sich die Mauerwegläufer etwas Besonderes ausgedacht: eine Expedition in den Laufpark Stechlin. Der Bürgermeister und Langstreckenläufer Wolfgang Schwericke hatte vor knapp zehn Jahren den Laufpark mit ausgeschilderten Routen durch das Löwenberger Land entwickelt und initiiert. „Für die Finanzierung der Ausschilderung der ersten Strecken war ein Budget von rund 3.800 Euro notwendig“, erklärte Wolfgang am Abend der ersten Etappe in Lindow den Vereinskameraden und Gästen des Etappenlaufs. Erstaunlicherweise habe es keine Widerstände gegen seine Idee gegeben, erzählt LG-Mauerweg Mitglied Schwericke. Inzwischen profitiere auch der örtliche Tourismus vom Laufpark. Denn immer häufiger ziehe es Berliner, in den Laufpark Stechlin.
So war es für die LG Mauerweg naheliegend in diesem Jahr das Paradies für Läufer im Norden Berlins unter die Füße zu nehmen. Also machten sich am Karfreitag 19 Ultralangstreckenläuferinnen und -läufer sowie drei Tagesläufer in Hennigsdorf auf den Weg nach Lindow zur ersten Etappe des dreitägigen Etappenlaufs.

Harald Reiff hatte eine reizvolle, 58 Kilometer lange Strecke durch die Weiten Brandenburgs auf gpsies.com zusammengestellt. Insgesamt sechs Verpflegungspunkte sorgten bei diesem Ultralangstreckenlauf für genügend Treibstoff. Unterwegs verpflegten Alexander von Uleniecki, Nina Blisse und Harald die beiden Gruppen. Sie wechselten sich dabei ab, damit sie ebenfalls einen Teil der Strecke laufen konnten. Die etwas schnelleren Läufer waren mit etwa 6:45 Minuten pro Kilometer unterwegs, die etwas gemütlichere Gruppe trabte im 7er Tempo oder langsamer. Ursprünglich wollte ich ebenfalls mitlaufen, entschied mich aber dafür, das Gepäck zum Ziel der ersten Etappe, zum Sport- und Bildungszentrum Lindow zu fahren und anschließend der schnelleren Gruppe nach Löwenberg entgegen zu laufen.

Den Zeitpunkt meines Starts in Lindow hatte ich gut gewählt. Denn als ich in Löwenberg mit großem Hallo von Harald und Nina begrüßt wurde, hatte ich noch einen kleinen Zeitpuffer, um Energie in Form von Brot, Käse, Wurst und anderen Leckereien zu tanken. Keine halbe Stunde später waren die schnellen Häsinnen und Hasen auch schon am Verpflegungspunkt. Die hielten sich auch gar nicht lange auf und schon ging es mit ihnen weiter nach Lindow. Unterwegs sammelten wir noch Wolfgang Schwericke und Sonja Eigenbrod in Großmutz ein, die uns bis zum Ziel begleiteten.

Die zweite Etappe war ausschließlich dem Laufpark gewidmet. Die 30 Kilometer lange Runde der so genannten hellgrünen Wabe – die 3-Seen-Tour – führt über weite Strecken auf Waldwegen und Pfaden durch die reizvollen Landschaften des Löwenberger Landes, zum kleinen Teil aber auch über wenig befahrene Straßen. Im Mittag erreichten wir unser „Basislager“ in Lindow. Wem die Beine noch nicht schwer genug waren, der konnte nach dem Mittagessen noch eine weitere Runde anhängen und so auch den zweiten Tag mit gut 50 Kilometern abschließen. Sonja gab einen kleinen Yoga-Schnupperkurs am Nachmittag. Für mich war das eine ganz neue Erfahrung, die mir zeigte, dass sich Yoga und Laufen wunderbar ergänzen. Ach übrigens: Yoga funktioniert auch ohne Ohmmmm, Om mani padme hum und anderen Mantras.

Es war eine gute Entscheidung, sich in die Yoga-Obhut von Sonja zu begeben. Denn für die dritte, knapp 51 Kilometer lange Etappe, von Lindow nach Hohen Neuendorf sollte ich den Pfadfinder spielen. Ich hatte nämlich ein kleines bisschen Bammel vor dem langen Kanten, da ich noch nicht so wirklich gut trainiert bin. Die Sorgen waren aber unbegründet, da ich erstens die langsame Gruppe betreute und sich zweitens das Yoga vom Vortag sehr gut auf das Wohlbefinden meiner Lauforgane ausgewirkt hatte.

Pünktlich um 9 machten wir uns auf den Weg. Das Wetter meinte es gut mit uns. Nachdem sich der Dunst des Morgens verflüchtigt hatte, gab es jede Menge wärmende Sonne. Auch für diese Etappe hatte Harald eine tolle Route gewählt. Harald und Nina verpflegten uns an den sieben Verpflegungspunkten.

Am Ostufer des Wutzsees entlang führte die Strecke über Glambeck an Löwenberg vorbei nach Neuendorf. Der letzte Kilometer nach Neuendorf war etwas kniffelig zu navigieren, da es eher ein Wildwechsel als ein Pfad war, der auf der GPS-Karte eingezeichnet ist. Weiter ging es über Oranienburg, Borgsdorf, Birkenwerder bis ins Ziel am S-Bahnhof in Hohen Neuendorf. Unter Beifall wurden auch wir Nachzügler freudig begrüßt. Für mich war es eine tolle Erfahrung einmal im Norden Berlins laufend unterwegs zu sein. Und den Laufpark Stechlin kann man wirklich ohne weiteres weiter empfehlen.
Weitere Bilder gibt es übrigens bei Flickr zu sehen:
- Erste Etappe zweite und dritte Etappe (Fotos: Jörg Levermann)
- Dritte Etappe von Lindow nach Hohen Neuendorf (Fotos: Nina Blisse und Harald Reiff)