Zur Sommersonnenwende wird in Tromsö der Midnight Sun Marathon ausgetragen. Mauerwegläufer Olaf Ilk wollte schon immer mal dorthin, und in diesem Jahr hat es gut in seine Planung gepasst.
„Tromsö ist ein kleines Hafenstädtchen auf einer der vielen Inseln in Nordnorwegen weit nördlich des Polarkreises und hat rund 70.000 Einwohner Die meisten von ihnen müssen Frisöre sein, so hatte ich jedenfalls den Eindruck, denn allein in unserer Straße hatten wir fünf. Es gibt aber auch noch eine Universität, ein Krankenhaus und den Hafen, an dem die Hurtigruten und manch anderes Kreuzfahrtschiff anlegen.
Am Lauftag finden mehre Läufe statt. Ein Kinderlauf, ein 10-Kilometer-Lauf, ein Halbmarathon und der Marathon. Es ist also für die ganze Familie gesorgt. Am Morgen gibt es noch den Frühstückslauf mit dem Bürgermeister vom Rathaus zu einer Hafenkneipe. Lauf ist zu viel gesagt, nach knapp einem Kilometer war schon wieder Schluss. Da war ich etwas enttäuscht, aber am Abend war ja Marathon.
Um 20:30 Uhr hat sich dann ein überschaubares Läuferfeld von rund 860 Läuferinnen und Läufern auf den Weg gemacht. Weil Tromsö so klein ist, gibt es eine Wendepunktstrecke über eine Brücke auf die Nachbarinsel, zurück in die Stadt und zum nächsten Wendepunkt am Flughafen. Das Streckenprofil ist leicht wellig und sehr gut zu Laufen. Obwohl sie eben diese beiden Wendepunkte hat, wurde es mir nicht langweilig. Da es ja nicht dunkel wird, konnte ich die schöne Landschaft sehr genießen. Die Norweger sind auch alle sehr sportbegeistert. Sie sitzen mit der Familie im Garten oder stehen an der Strecke und feuern die Läufer mit einem kräftigen „Hey, Hey“ an.
Mir hat der Lauf sehr gefallen. In der Nacht zu laufen, und es wird dabei nicht dunkel – das ist schon etwas Besonderes. Im Januar gibt es den Polarnacht-Halbmarathon, bei dem es nicht hell wird, und im August einen 50 km Ultratrail – mindestens zwei Gründe, die arktische Region wieder zu besuchen.“
Text und Fotos: Olaf Ilk


