Berlin-Dresden 2013: Wenn Laufen auf Freu(n)de trifft…

Gruppen-Etappenläufe sind etwas Besonderes. Nicht die Zeit des Einzelnen zählt, sondern das Lauferlebnis mit und in der Gruppe. Gemeinsam ankommen, so lautet die Devise. Und dazu gehört auch das gemeinsame Feiern und Zusammensitzen nach einer erfolgreich gemeisterten Etappe. Ein einmaliges Erlebnis!

Im März 2011 begann alles mit “Berlin-Cottbus”, damals noch in zwei Tagen. 2012 folgte dann der dreitägige Lauf von Berlin in die Lausitz, wobei in den Hinterköpfen des Orga-Teams um Andreas Deák und Alexander von Uleniecki schon der Plan gereift war, 2013 den Lauf um zwei Etappen bis Dresden zu verlängern. Und so wird es auch kommen:

Vom 06. bis 10. März 2013 sind rund 300 Kilometer in fünf Tagen zurückzulegen. Die Premiere von “Berlin-Dresden” als Gruppenlauf! Wieder mit komfortabler Vollverpflegung und Gepäcktransport unterwegs, wieder mit Übernachtung in Jugendherbergen, und natürlich wieder mit dem bewährten Team der LG Mauerweg Berlin e.V.!

Die fünf Etappen “Berlin-Dresden 2013″ in der Übersicht:

06.03., Vom Hauptbahnhof Berlin zum Frauensee, ca. 59 Km

07.03. Vom Frauensee nach Lübben, ca. 51 Km

08.03., Von Lübben nach Cottbus, ca. 54 Km

09.03., Von Cottbus nach Neschwitz (Sachsen), ca. 71 Km

10.03., Von Neschwitz nach Dresden, ca. 64 Km

Zu allen fünf Etappen gibt es Kartenmaterial, das entweder ausgedruckt oder auf GPS-Geräte übertragen werden kann.  Dazu einfach diesem GPSies-Link folgen!

Neu gegenüber “Berlin-Cottbus” sind u.a. die vier Tempogruppen, die wir diesmal anbieten werden. Damit dürfte für jeden Tempo-Geschmack etwas dabei sein!

Selbstverständlich können auch einzelne Etappen gelaufen werden.

Alle Informationen und wichtigen Details stehen in unserer Ausschreibung.

Anmeldungen werden ab sofort von Organisationsleiter Andreas Deák entgegen genommen.

Die Zahl der Teilnehmer ist diesmal auf 40 begrenzt! Nicht, weil wir geizig sind, sondern weil es organisatorisch und vom Ablauf her mehr Sinn macht.

Blick zurück auf die Zielankunft bei "Berlin-Cottbus 2012" nach fast 170 Kilometern. Im kommenden Jahr wird wieder in die Lausitz gelaufen, allerdings geht´s danach weiter bis nach Dresden. Insgesamt rund 300 Kilometer in fünf Tagen.

Unser Rückblick auf “Berlin-Cottbus 2012″:

Finisher Tom Fedler hat seine schönen Fotos veröffentlicht. Hier der Link zum Album…

Auch Teilnehmerin Kristina Tille hat ein Album mit Bildern angelegt. Wunderbar!

Und Jörg Levermann schleppte nicht ohne Grund seine schwere Spiegelreflex die fast 170 Km mit sich herum… Hier sind seine schönsten Bilder!

Nachfolgend noch ein Bericht von Mauerwegläufer Alexander von Uleniecki:

“Fast 170 Kilometer in drei Tagen, an die 30 Läuferinnen und Läufer, Sonne-Regen-Graupel (von allem was dabei), dazu Rundum-Versorgung während und danach – das sind zunächst mal die eher nüchternen Eckdaten des Gruppen-Etappenlaufs von Berlin-Cottbus, der zum zweiten Mal am letzten März-Wochenende stattfand. Und es wird einer jener Läufe sein, von denen man sich auch später noch erzählen wird. Ein Abenteuer, wie es nur Etappenläufe schreiben können. Denn jeder Tag ist anders, birgt positive wie weniger schöne Überraschungen. Nichts ist vorher planbar.

Start war diesmal am Berliner Hauptbahnhof. Günstiger zu erreichen als Grünau im Jahr davor, vor allem für Läufer, die von weiter anreisen. Entsprechend des neuen Startpunktes wurde aus dem “Doppeldecker” ein Drei-Tages-Lauf. Neu auch das erste Etappenziel, das KiEZ in Gräbendorf am Frauensee, südöstlich von Berlin. Kamen wir im vergangenen Jahr noch mit zwei Versorgungsfahrzeugen aus, so waren es jetzt drei – fast zu knapp, aber doch noch ausreichend. Mit zwei Tempo-Gruppen wurde gestartet, schnell und eher gemütlich. Alles eine Frage der Definition: Schnell = 6er-Schnitt, gemütlich = 7er-Schnitt. Wobei sich schnell herausstellte, dass eine zusätzliche 7:30er-Gruppe durchaus Sinn macht, um alle Bedürfnisse zu befriedigen. Und zu überlegen wäre auch, künftig noch zusätzlich ein 6:30er-Tempo anzubieten. Zukunftsmusik, zurück zur Gegenwart, zu Berlin-Cottbus 2012. 

Die erste Etappe vom Hbf zum KiEZ (Kinder- und Jugenderholungszentrum) beginnt nicht gerade angenehm, da Ampeln die Läufer immer wieder stoppen. Aber man ist nun mal mitten in Berlin, kommt dafür auch an zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie dem Brandenburger Tor oder der East Side Gallery vorbei. Überhaupt sind die ersten gut 25 Km sehr geschichtsträchtig, denn die Strecke folgt dem Berliner Mauerweg, der den früheren Ost-West-Grenzverlauf markiert. Erst bei Altglienicke geht es dann vom Mauerweg runter Richtung Eichwalde und Königs Wusterhausen. Vom Spreewald ist hier noch keine Spur, Natur eher Mangelware, Industrieanlagen und Wohnhäuser überwiegen. So kann man um so mehr die Zeit nutzen, um seine Mitläufer kennenzulernen: Jede Menge Ultralauf-Erfahrung bringen etwa Klaus Neumann und Marcel Heinig mit – beide konnten 2009 den Transeuropalauf erfolgreich beenden. Für Marcel ist es quasi ein Heimspiel, denn der Wahl-Berliner stammt ursprünglich aus Cottbus und war mit einer der Inspiratoren für diesen Etappenlauf. Geführt werden die Gruppen von “Guides”, die für das richtige Tempo sorgen sollen, nebenbei aber auch immer ihren aufmerksamen Blick auf die GPS-Handgeräte richten, um nicht vom rechten Weg abzukommen. In der schnelleren Gruppe erledigt diesen Job “Mr. Ultratrail” Michael Frenz, in der eher gemütlichen Gesellschaft sind das die LGM-Mitglieder Jörg Levermann und Alexander von Uleniecki. Jörg hatte sich vorab auch um die Roadbooks gekümmert, um eine Verlaufen gänzlich auszuschließen.

Nach Königs Wusterhausen schließlich verlässt man sozusagen die “Zivilisation”, die Landschaft wird nun waldreicher. Und nach gut 58 Kilometern ist das KiEZ, eine kleine Siedlung aus mehreren Häusern bestehend, erreicht. Mitten im Wald. Organisator Andreas Deák hat hier alles prima im Griff – die Schlüssel für die Zimmer sind schnell verteilt, das Abendbrot im großen Speisesaal schon arrangiert. Großes Lob! So ein wenig fühlt man sich an Schullandheim-Zeiten erinnert, vor allem angesichts der blechernen Teekannen auf den Tischen. Aber die Läufer stört das kaum. Nach ein paar Schlummer-Bierchen im Gemeinschaftsraum geht´s in die Betten. Ausreichend Schlaf ist gerade bei solchen Mehrtages-Läufen wichtig. Mag oberlehrerhaft klingen, ist aber wirklich so.

War der erste Tag schon etwas verregnet, so bietet Tag 2 wettermäßig die ganze Bandbreite: Regenschauer wechseln sich mit Sonne ab, gegen Ende werden die beiden letzten Gruppen sogar von Graupel überrascht. Rund 52 Kilometer sind diesmal zu bewältigen. Die Strecke führt vom KiEZ nach Lübben. Nun steht die Natur erstmals im Mittelpunkt, denn der Spreewald mit seinen vielen Wasserarmen kommt jetzt zum Vorschein. Zunächst geht es aber durch Halbe, das in den letzten Kriegstagen eine der grausamsten Schlachten erlebte. Wem dies bewusst ist, läuft eher beklommen durch die Wälder rund um diesen Ort. Kurze Zeit später, gleich nach Oderin, sind die Krausnicker Berge erreicht. Einzige Erhebung auf dem insgesamt doch recht flachen Kurs zwischen Berlin und Cottbus. Die Steigungen sind moderat, ziehen sich aber teilweise hin. Zudem stellt der weiche Sandboden lauftechnisch eine Herausforderung dar. In Schlepzig werden müde Geister wieder munter – eine kleine Einkehr in einem rustikalen Wirtshaus lässt die Strapazen für einen Augenblick vergessen. Und es sind ja auch “nur” noch etwa 14 Kilometer bis zum Ziel, der Jugendherberge in Lübben. Dazwischen liegen die gefürchteten “Karpfenteiche”. Wie eine Schlange windet sich der Weg entlang der Teiche, es kommt einem unendlich vor… Im Vergleich zum Vorjahr ist es nicht ganz so warm, das macht die Sache erträglicher. Aber ein Spaziergang sollte das eh nicht werden, von daher nimmt man jede (psychische) Herausforderung, wie sie eben kommt.

Nach einem hervorragenden Abendessen in der Jugendherberge, begrüßt am Schlusstag (nochmals 52 Kilometer) wahres Bilderbuch-Wetter die Spreewald-Läufer: Die Sonne scheint, ein paar harmlose Wolken ziehen den Himmel entlang, und mit etwa 10 Grad sind das diesmal geradezu ideale Laufbedingungen. Man läuft teilweise auf einem Damm entlang der Spree, dann über urige Holzstege durch sumpfiges Gelände. Zeitweise ist wieder Nervenstärke gefragt (gutes Training!), wenn langgezogene Alleen kein Ende nehmen wollen. Wer hier abschalten kann, sich im Einklang mit seinen Schritten befindet, kann schon fast meditieren – diese wunderbare Ruhe ist dafür wie geschaffen!

Höhepunkte – neben der Landschaft – sind immer wieder die Verpflegungsposten! Alle ca. 10 Kilometer, gegen Ende auch in kürzeren Abständen, warten Monique, Mark und Andreas auf die durstigen und hungrigen Mäuler! Von allem ist irgendwas dabei, seien es kleingeschnittene Snickers-Riegel, Butterbrot-Scheibchen mit Salz, Waffeln, Cola, Wasser, Tee, natürlich Gurken, und – als herrliche Stärkung – frischgemachte Suppe! Das motiviert, das mobilisiert letzte Kräfte, wenn die Schmerzen zunehmen, es an allen Ecken und Enden zwickt und zwackt. Man kann dem Versorger-Team nur zurufen: Das habt Ihr sensationell gut gemacht!! Und genießt demnächst den Massage-Gutschein, den Euch die Teilnehmer als kleines Dankeschön spendiert haben!!

Das Ende von Berlin-Cottbus ist nach den letzten Tagen doch eher nüchtern. Das Ziel befindet sich am Stadtrand, direkt an der Sporthalle der TU Cottbus. Aber das ist letztlich egal, denn irgendwie ist jede(r) froh, so schnell wie möglich unter der Dusche zu stehen. Allein mit den vielen Eindrücken und Gedanken, die dieser Lauf über drei Tage hinterlassen hat. Für etliche Läufer war es der allererste Etappenlauf. Und dann auch noch mit einer Gruppe. Neue (Grenz-)Erfahrungen mitunter. Und von vielen hört man noch unter der Dusche: Das will ich wieder machen!”

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.