
Anspruchsvoll ist die 100 Kilometer lange Strecke der Horizontale in Jena. Bei der Langstreckenwanderung machen auch jede Menge Läufer mit. Unser MauerwegLäufer Bill startete in diesem Jahr vierten Mal und hat seine Erlebnisse notiert.
Von Bill Nickl
Die Horizontale in Jena ist eigentlich ein Geheimtipp für Läufer. 100 km auf einer wunderschönen und anspruchsvollen Strecke, bei der Jena großräumig umrundet wird.. Der Name täuscht. Was das Streckenprofil betrifft, handelt es sich um einen anspruchsvollen Berglauf mit über 2.300 Höhenmetern und die sind gut verteilt auf der ganzen Länge. Eigentlich ist die Horizontale eine Veranstaltung für Langstreckenwanderer und das Gros der Teilnehmer gehört in diese Kategorie. Aber man kann das Ganze natürlich auch Laufen – nur nicht zu schnell, sonst sind die Verpflegungsstellen noch nicht geöffnet. Die Horizontale ist kein Wettkampf, es gibt aber eine Zeitmessung per Chip als Service für die Teilnehmer.
Am Freitag um 18 Uhr wurde gestartet, und es begaben sich fast 1.000 Teilnehmer auf eine abenteuerliche Reise durch die Nacht. Das erste Viertel verläuft fast nur auf schmalen Naturpfaden, machmal wie in den Alpen, ausgesetzt, mit herrlichen Blick auf Jena. Nach einem fulminanten Sonnenuntergang hieß es dann die Stirnlampe aufsetzen und gut auf die Markierungen zu achten. Die Strecke ist nicht extra ausgezeichnet sondern man folgt einfach den rotweissen Markierungen. Gelegentliches Verlaufen gehört aber mit dazu. Selbst wenn man die Strecke schön öfters absolviert hat.
Ich war zum vierten Mal mit dabei und war wieder ganz begeistert. Für mich ist das einer der schönsten Landschaftsläufe in Deutschland, die ich kenne. Und die Organisation ist prima. Für 23 Euro wird man gut rundum versorgt und im Ziel kümmern sich viele freundliche Helferinnen und Helfer um das leibliche Wohl der Teilnehmer. Ich konnte mit 16:31 meine bisher beste Zeit erringen. Auf den letzten 15 km konnte ich diesmal wieder richtig losspurten, was ich selbst sehr überaschend fand.
Aus dem Fläming waren noch zwei weitere Sportbegeisterte am Start, Falk Hess und Daniel Scheel aus Mützdorf. Die beiden schaften es in einer Zeit von 19:12. Für Falk Hess war es seine fünfte erfolgreiche Teilnahme. Für alle, denen 100 km zu lang ist, gibt es auch eine 35 km Variante – die startet auch erst am Samstag morgen.