Es war ein ganz kurzfristiger Entschluss, den Mauerwegläufer Mirko Jachmann gefasst hatte. Und wie es eben so passiert – schon stand er am Sonntag gemeinsam mit sechs anderen Mauerwegläufern am Start des Oberelbe-Marathons. Einen Tag später ist auch sein Bericht schon fertig…
„Richtig was los war am Wochenende im Berliner Raum nicht wirklich. RBB-Lauf ist zwar schön, war mir aber von der Distanz zu kurz. Römerschanzenlauf in Rangsdorf? Vier Runden im Kreis zu laufen, darauf hatte ich auch keine Lust. Und für Hamburg, das war mir am Wochenende davor beim Airportrun deutlich geworden, war ich einfach noch nicht fit genug. Die Grippe hatte mich seit Januar schon zweimal richtig dicke heimgesucht, und die Zeit zur Vorbereitung hat einfach gefehlt. Deshalb auch kein XXL im Kreis der lieben Mauerwegläufer.
Also Dresden und der Oberelbe-Marathon. Bus, Unterkunft und Lauf waren schnell gebucht. Und Sonnabend zu Mittag ging es ohne jede Verabredung los. Die Messe war schnell gefunden, allerdings war ich so spät dran, dass alle schon am Abbauen waren. Immerhin habe ich noch einen Carboloader und eine Flasche Bier bekommen.
Geschlafen habe ich diesmal auf einem Hotelschiff, das in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Dresden-Neustadt für immer vor Anker liegt und so vor der Verschrottung gerettet werden konnte. Zum Carboloading Teil II ging es dann zu Fuß auf dem Elberadweg ins Ball- und Brauhaus Watzke am Elbufer. Das Panorama gegen Abend war schon atemberaubend.
Am nächsten Morgen ging es schon sehr zeitig los. Der OEM ist ein Einweglauf, sodass die Marathonis mit dem Zug nach Königstein fahren mussten und die Halben nach Pirna. Es war vorbildlich organisiert. Drei Sonderzüge fuhren, und sie waren – wen wundert’s bei neuem Teilnahmerekord – brechend voll. Die Laune war bei allen trotzdem bestens.
Im Startbereich merkte ich schon, dass es warm werden würde und legte das zweite Laufshirt ab. Was war ich hinterher froh, dass ich das gemacht hatte! Es war schon eher frühsommerlich als frühlingshaft, und ich fand es auch ziemlich drückend. Aber das Wetter ist, wie es ist, und uns Läufern ja komplett egal. Im Startbereich habe ich modisch ganz auf neongelb vertraut und wurde prompt von Beate Amende angesprochen. Wir machten uns kurz bekannt und wünschten uns natürlich gegenseitig viel Erfolg. Im Ziel habe ich sie dann leider nicht mehr gesehen, genau so wenig wie unsere Marathonkämpen Hilal, Diana und Arne, die auch am Start waren.
Was mich wirklich überrascht hat, war die Größe des Starterfeldes! Fast 2.300 Starterinnen und Starter auf der HM-Distanz, nur über 900 Marathonis. Das war schon klasse.
Der OEM an sich ist ein wunderbarer Landschaftslauf in den Frühling hinein. Der Verlauf ist praktisch auf der gesamten Strecke identisch mit dem sehr gut ausgebauten und daher sehr gut laufbaren Elberadweg. Der Belag ist meistens Asphalt, das Panorama einzigartig. Tor Pe Do und ich sind ja vor drei Wochen durch das Elbtal mit dem Zug gefahren, auf dem Weg zum Prag-HM, als alles noch so grau war. Die Landschaft hatte sich seither völlig verändert. Alles war grün und saftig. Über Heidenau und Zschieren ging es an Schloss Pillnitz vorbei. Am Hang viele Weinberge und kleine Schlösschen und Weinbauvillen. Sehr schön anzuschauen bei dem Wetter.
Nächstes Highlight war das Blaue Wunder, das man schon von weitem sehen konnte, ebenso wie die Kulisse der Dresdner Altstadt mit Frauenkirche, Schloss und Kreuzkirche. Diese als Ziel vor den Augen war es dann auch sehr schön, an den Brühlschen Terrassen vorbeizulaufen. Es waren naturgemäß viele Touristen an diesen Punkten und die Stimmung sehr schön. Das Ziel befindet sich dann im Heinz-Steyer-Stadion am Ostragehege unmittelbar am Bahnhof Dresden-Neustadt. Der Zieleinlauf war sehr stimmungsvoll, der Einlauf war von viel Beifall begleitet. Mir war es mal wieder viel zu warm, das Ergebnis – naja mäßig, aber trotzdem war es ein sehr schöner Landschaftslauf mit vielen stimmungsvollen Landschaftsbildern, die ich im Kopf behalten werde.

Ganz besonders hervorheben möchte ich die Orga! Was die Leute mit großer Begeisterung geboten haben, war der Hammer. Drei verschiedene Getränke an den Tränken, zum Schluss noch Cola, dazu Obst und Riegel. Im Zielbereich Getränke aller Art im Überfluss, Wasser, Schorle, Tee, Bier – alles, was das Läuferherz begehrt. Dazu einen Teller Pasta als Zielverpflegung. Da kann man in Berlin bei manchen Läufen nur träumen.
Ich werde den OEM auf jeden Fall auf der Uhr behalten, vielleicht im nächsten Jahr ja auch den Ganzen. Unsere drei Helden habe ich leider nicht mehr gesehen, weil ich zum Bus musste. Unterm Strich war es ein schönes Laufwochenende.“
Sieben Läuferinnen und Läufer haben die LG Mauerweg würdig beim OEM vertreten:
Die Ergebnisse gibt es hier.
(Text und Fotos: Mirko Jachmann)



