Mauerwegläuferin Sylke Bistron wollte sich ganz spezifisch auf den Mauerweg-Nachtlauf vorbereiten. Und hat dafür kurzerhand selbst einen Probelauf ins Leben gerufen. Über Facebook fanden sich drei Laufpartner, und wenige Tage später startete die Gruppe zur gemeinsamen Laufnacht. Für alle, die am 10 Juli nicht dabei sein konnten, hat Sylke das Erlebte zusammengefasst.
„Um 20:00 Uhr haben wir uns am S-Bhf Mahlow getroffen. Patricia Kusatz, Jens Noack, Thomas Müller und meine Wenigkeit. Selbstversorgung und wenn nötig, Wechselklamotten waren angesagt. Der ganze Tag war kühl und windig, aber pünktlich zum Abend wurde es sonnig und windstill.
Jens prophezeite uns 35 Kilometer bis zum Brandenburger Tor. Die Strecke ging über den Roten Dudel zum Mauerweg gen Osten über Rudow, Neukölln, Kreuzberg zum Brandenburger Tor.
Die Strecke bis Rudow ist teilweise schon fast wie Wald. In Rudow kamen wir dann sogar an Wasserbüffeln vorbei. Es ging dann ewige Kilometer am Kanal lang bis nach Kreuzberg. Die Stirnlampen wurden rausgeholt.
Achtung!!!!!!!!!!! Hier sollte man nie allein laufen. Dunkle Gestalten ob zu Fuß oder mit dem Rad sind auf unbeleuchteten Wegen ohne Lampe, Kerze oder die berühmte Katze am Bein unterwegs.
Jetzt waren wir mitten im Berliner Nachtleben. Es ging durch „lebendige“ Straßen über die Oberbaumbrücke zur EastSideGallery (habe ich mir auch spektakulärer vorgestellt) immer auf der Suche nach dem Schild „Berliner Mauerweg“ bis zum Brandenburger Tor.
Meine Uhr zeigte dann knapp 40 Kilometer. Es war ca. 1:10 Uhr in der Nacht und Tote Hose am Brandenburger Tor. trotz Fashion Week.
Patricia war es noch nicht genug, und
so lief sie die 6 Kilometer auch noch nach Hause. Die Männer hatten Ihre Wasserration nicht richtig berechnet und hatten einen Mordsdurst. Also sind wir nach dem Klamottenwechsel zu Fuß zum Hauptbahnhof und sahen sofort Burger King und freuten uns schon. Dann der Schock. Alle Geschäfte waren schon geschlossen. Fast alle. Bis auf den „Saftladen“. Säfte und sonstige kalte Getränke und Sandwiches konnte man kaufen. Der Preis ging auch und wir waren glücklich.
Zu Fuß wieder zurück zum Brandenburger Tor, rein in die S-Bahn (zuvor auf dem Bahnsteig noch ein Vortrag über die Französische Revolution von einem „netten Herren“) und ab nach Hause.
Es hat uns allen Riesenspaß gemacht. Das Laufen bei Nacht ist noch mal was Anderes für die Muskeln, die sonst für diese Uhrzeit auf die Waagerechte eingestellte sind. Ich hoffe, in den trockeneren Monaten wiederholen wir das nochmal. Ich bin auf jeden Fall dabei. Der Nachtlauf am 25. Juli.2015 kann kommen!
Liebe Grüße an alle Laufbegeisterten!“
Text und Fotos: Sylke Bistron