Der Berliner Läufercup 2015 ist am 1. November mit dem Crosslauf Friedrich-Ludwig-Jahn in der Hasenheide zu Ende gegangen. Vier Mauerwegläufer waren bei mindestens sieben Wettkämpfen am Start. Ein Bericht von Matze Weiser.

15 Möglichkeiten hatten die Läufer in diesem Jahr, beim Berliner Läufercup Punkte zu sammeln. In die Endwertung gelangten die Ergebnisse der besten acht Läufe. Es gab vier Läufe zwischen 3,6 und acht Kilometern, neun zwischen zehn und 12,5 Kilometern sowie die beiden längsten Läufe bei der Lichtenrader Meile mit 15 bzw. beim Mercedes-Benz Halbmarathon mit 21,1 Kilometern. Es waren Straßenläufe wie der Kreuzberger Viertelmarathon genauso vertreten wie der KIESER-Crosslauf im Grunewald oder der Zugspitzlauf in Lübars mit etlichen Höhenmetern, die den Teilnehmern alles abverlangten. Vielseitigkeit war also gefragt.

Läufercup

Vier Mauerwegläufer haben sich diesen Herausforderungen bei mindestens sieben Wettkämpfen gestellt:

Christian Kraft hat an sieben Läufen teilgenommen. In der ersten Hälfte ist er an sechsmal an den Start gegangen, wobei er beim Helioslauf im Grunewald sogar 18 von 20 möglichen Punkten für den dritten Rang in seiner Altersklasse (AK) MHK erzielen konnte. Im weiteren Saisonverlauf war ihm nur noch die Teilnahme am Zugspitzlauf möglich. Mit 103 Punkten konnte Christian seine erste Saison mit dem sechsten Platz in der Gesamtwertung abschließen. Seine Ziele für 2016 sind klar formuliert: „Nächstes Jahr will ich auch angreifen! Das letzte Jahr komplett in der MHK.“

Auch Matze Weiser hat erstmals an diesem Wettbewerb teilgenommen. Mit 13 Starts und damit den meisten in seiner AK M35 konnte er eine gewisse Wettkampfroutine im Laufe der Saison entwickeln. Bei der BT-Meile konnte er sich über 18 Punkte freuen. In seine 130 Punkte gingen neben diesen die Ergebnisse von sieben weiteren Läufen ein, wo er jeweils Platzierungen unter den besten sieben in der erzielen konnte. In der Endabrechnung kann sich Matze über den sechsten Platz freuen. Als Neuling hatte er nur vier Punkte Rückstand auf den vierten Platz bzw. neun Punkte aufs Podest. Für die nächste Saison hat er schon ambitionierte Pläne: „Ich möchte gern aufs Treppchen. Dazu werde ich meinen Rennkalender besser planen und gezielt auf einzelne Wettkämpfe hintrainieren. Ein Primärziel soll es auch sein, zehn Kilometer deutlich unter 45 Minuten absolvieren zu können.“

Boris Arendt ist bis zum letzten Rennen um eine Podiums-platzierung in der Endabrechnung in der Altersklasse M40 mitgelaufen. Bei den ersten vier von neun möglichen Starts konnte er immer mindestens 18 Punkten ergattern, darunter zweimal das Maximum von 20. In der zweiten Saisonhälfte konnte Boris bei weiteren drei Läufen 49 Punkte erlaufen. Das letzte Rennen in der Hasenheide über 3,6 Kilometer musste die Entscheidung bringen, denn neben ihm ging es noch für zwei weitere Läufer um Platz drei. Die Voraussetzung war klar: Erläuft er den dritten Platz und erhält 18 Punkte, ist auf er auf dem Treppchen.

Boris ging das Rennen couragiert an und hatte bis zur Zielgeraden den dritten Platz immer fest im Visier. Ein Schlussspurt mit Carsten Dassler sollte eine gesamte Saison entscheiden. Boris‘ Kommentar nach dem Rennen: „Hätte ich den Carsten Dassler noch gekriegt, hätte es gepasst. Wir hatten einen echt krassen Endspurt, bei dem er etwas mehr Kraft hatte. Nur zwei Sekunden nach mir kam noch ein Konkurrent von mir ins Ziel.“ In der Tat war er mit 15:08 Minuten drei Sekunden langsamer als der Dritte, aber auch nur unwesentlicher schneller als Olaf Kruhl-Habakuk. So bekam Carsten als Dritter einen Punkt mehr als Boris für dieses Rennen und erreichte mit 144 Punkten und damit einem Punkt Vorsprung diesen Rang auch in der Gesamtwertung vor dem Mauerwegläufer (143 Punkte). Vielleicht war es ein Vorteil, dass er im Gegensatz zu Boris durch drei Starts mehr auch Streichergebnisse in die Wertung bringen konnte. Boris‘ Saisonfazit: „Platz drei um drei Sekunden knapp verpasst, aber trotzdem sehr zufrieden.“ Auch er möchte nächstes Jahr wieder für die LG Mauerweg auf Punktejagd gehen.

Etwas weniger dramatisch ging es bei Andrea Möhr zu, die nach neun Läufen mit acht Punkten Vorsprung führte, da sie bis dahin an fast allen Läufen teilgenommen hatte. Ihre Konkurrentinnen hatten also sechs Rennen Zeit, daran etwas zu ändern. Gelungen ist dies nur Ullika Schulz, die bei ihren acht Starts immer 20 Punkte (gesamt 160 Punkte) holen konnte. Mit beeindruckenden 154 Punkten hat Andrea im neongelben Shirt nicht nur den zweiten Rang in der Klasse W50 geholt, sondern auch einige Einzelpodiums-platzierungen bei den Läufen. Herzlich Glückwunsch! In Richtung ihrer Vereinsmitglieder verabschiedet sie sich aus dem Wettbewerb mit den Worten: „War mir eine Ehre, euch bei einigen Läufen getroffen zu haben, entweder vorher oder nachher. Unterwegs wart ihr immer viel, viel schneller.“ Ob Andrea in der nächsten Saison wieder antreten wird, ist angesichts Ihrer Fokussierung auf andere Wettbewerbe sehr ungewiss.

In der Vereinswertung landete die LG Mauerweg auf dem siebten Rang. Norbert Möhr konnte mit fünf Starts in der stark besetzten AK M50 einige Punkte für diese Wertung beisteuern, in die wie auch in der Einzelwertung, nur LäuferInnen aufgenommen wurden, die mindestens vier Läufe absolviert haben.

Andere Vereine waren mit bis zu 28 Mitgliedern vertreten. Wie so ein aussagekräftiges Ergebnis zustande kommen soll, muss der Berliner Leichtathletik-Verband beurteilen.

Herzlichen Glückwunsch den LGM-Startern, die hoffentlich in 2016 in höherer Zahl vertreten sein werden. Die Ergebnisse können hier nachgelesen werden.

Alle Informationen über den Läufercup 2016, dessen Rennen, wie auch über die kostenlose Anmeldung gibt es hier. Der erste Lauf ist am 28.02, 2016 im Britzer Garten.

Text und Foto: Matze Weiser