Bericht und Bilder von Christiane Radatz

Ein Wochenende voller Bewegung, Begegnungen und ein bisschen Chaos – genau wie ich
es mag.

Freitag – 5 km in Lübbenau: Locker los, viel gesehen
Der Start ins Wochenende war entspannt. Ich bin die 5 km bewusst gemütlich
angegangen und konnte dadurch die Atmosphäre richtig genießen: die Menschen am
Streckenrand, die Musik und Beleuchtung, die kleinen Szenen neben der Strecke.
Alles fühlte sich leicht an, wie ein sanftes Warmwerden für das, was noch kommen
durfte.

Samstag – 200 km Radmarathon: Kalt, sonnig, lang – und ein kleiner
Radweltmeister
Der Radmarathon begann frisch, richtig frisch. Aber irgendwann kam die Sonne raus,
und ich war dankbar, dass ich an die Sonnencreme gedacht hatte. Die Volunteers
waren großartig, die anderen Radfahrenden freundlich, die Stimmung warm.
Und dann dieser Moment, der mir nicht aus dem Kopf geht: Ein kleiner Junge stand
weinend am Streckenrand – er war einfach zu schnell für seine Mama gewesen. Viele
fahren vorbei, aber ich konnte nicht. Wir haben zusammen gewartet und in der
Zwischenzeit Pläne geschmiedet, wie er später Radweltmeister wird.
Samstagabend – 5 km in Burg: Wandern, lachen, neue Menschen
Am Abend dann noch einmal 5 km – dieses Mal wandernd. Ich habe nette Damen
kennengelernt, wir haben uns sofort verstanden und die Strecke gemeinsam erlebt.
Am Ende gab’s noch ein Abklatschen mit Jens und Katja – ein schöner Abschluss
eines langen Tages.

Sonntag – Marathon in Burg: Müde Beine, warmes Herz
Am Sonntag waren die Beine verständlicherweise schwer. Aber die Strecke war
wieder wunderschön, die Volunteers freundlich wie eh und je, und das Beste: die
vielen vertrauten Gesichter aus dem Verein, die das Herz warm machen: Manuel und
Jens, die die 10 km liefen, Meri und Hannes, die den Halbmarathon absolvierten,
Stefan beim Bike & Run und natürlich Evi, Trixi, Andreas und Ralf, die ebenfalls die
lange Strecke genossen. Zwischendurch gab es auch Momente zum Schmunzeln: Ein Run-and-Bike-Paar kämpfte an einer der Holzbrücken mit ihrem schweren E-Bike. Sie bot ihre Hilfe an,
er lehnte stolz ab – und purzelte im nächsten Moment rückwärts wieder die Treppe
hinunter. Zum Glück blieb alles heil, nur das Ego war vielleicht ein bisschen
angekratzt. Ab Kilometer 30 traf ich auf insgesamt drei Männer mit Wadenkrämpfen. Ich bot
ihnen Salz an und verteilte meine Portionen wie kleine Tütchen aus einem geheimen
Vorrat. Ich musste selbst lachen, wie sehr ich mich plötzlich wie eine Salz-Dealerin
fühlte.

Es war dieses Gefühl von Gemeinschaft, das mich durch die Kilometer getragen hat.

Nach dem Ziel dann ein Moment voller Dankbarkeit: Svenja und Ruth vom PSB
nahmen mich spontan im Auto mit, damit ich nicht im Gewitter stehen musste. Ein
kleines Stück Kameradschaft, das sich nach einem langen Wochenende unglaublich
gut anfühlte.

Noch ein Blick über den Tellerrand
Und weil der Spreewald bei uns nie Pause macht, waren zwei von uns bereits vor drei
Wochen dort – paddelnd statt laufend, mit kleinen Kähnen statt kleinen Gurken als
Medaillen.

Drei Tage, vier Wettkämpfe, unzählige Begegnungen – und am Ende viele bunte
Medaillen. Es sind diese menschlichen Begegnungen, die unseren Sport für mich
so besonders machen.

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