Gerd Gladasch lief den Mozart 100.
Gerd Gladasch lief den Mozart 100.

Während einige Mauerwegläufer kürzlich von Polen nach Eichwalde liefen, war Mauerwegläufer Gerd Gladasch in Österreich unterwegs. Der Mozart 100 in Salzburg wirbt damit, Österreichs schönster Landschaftslauf zu sein. Gerd hat seine Eindrücke für uns aufgeschrieben.

Am längsten Tag des Jahres startet morgens um 5 Uhr der Mozart 100 in Salzburg. Da ich gerade im Chiemgau war, kam mir der Lauf ganz gelegen, um auch mal in Österreich zu laufen. Bei zwei Marathons und einem kleinen Ultra hatte ich die Galloway Methode ausprobiert und wollte sie auch mal bei solch einem langen Lauf testen. Bei dieser Lauftechnik werden regelmäßig kurze Gehpausen eingelegt.

Bei relativ kühlen Temperaturen machen sich etwas mehr als 100 Läufer auf den Weg, um in zwei Runden zum Fuschlsee und wieder zurück nach Salzburg zu laufen. Beide Runden führen erst entlang der Salzach, dann durch die Glasenbachklamm über Koppl und Hof zum Fuschlsee. Bei der ersten 46km langen Runde wird nur an das Ufer des Fuschlsee’s gelaufen, bevor dann bei der zweiten, 57 km langen Runde der See noch umrundet werden „darf“.

Nur die ersten fünf Kilometer jeder Runde sind eben, ansonsten geht es eigentlich immer rauf und runter. Die vielen Höhenmeter summieren sich und machen diesen Lauf so anstrengend. Landschaftlich gesehen ist dieser Lauf sicher schön, nur läuft man leider mindestens 70 km auf Asphalt, auf oder neben Strassen und kann die Landschaft nur sehen, aber nicht unter den Füssen spüren. Es gibt ein paar wenige schöne Trail-Abschnitte, The Climb zum Beispiel, ein Trampelpfad steil nach oben führend und natürlich die hügelige Umrundung des Sees.

Alle fünf Kilometer gibt es so genannte Labestationen – ja, so heißen in Österreich die Verpfleungspunkte. Immer im Wechsel gibt es dort entweder nur Getränke beziehungsweise dann Vollverpflegung für die Läufer. Die Helfer sind sehr freundlich und nett. Zum Abschluss jeder Runde wartet der Kapuzinerberg als Herausforderung, das bedeutet 300 Stufen bergauf, um dann einen asphaltierten Weg und Stufen wieder steil abwärts Richtung Ziel zu laufen. Ganz sicher ist das ein gutes Training für die Oberschenkelmuskulatur 🙂

Nach knapp 14 Stunden war ich im Ziel auf dem Mozartplatz. Die Galloway-Methode klappte recht gut. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings, dass die Erholungsphase teilweise bergab einsetzt, wo man es sonst ja eher „rollen“ lässt.

Rückblickend betrachtet, ist es ein gut organisierter Ultralauf, bei dem auch nur wenige Starter ausgeschieden sind. Aber ich bin mir sicher, dass Österreich schönere und echte Landschaftsläufe zu bieten hat.

4 Kommentare

  1. Danke Gerd für Deinen Bericht. Hatte schon immer darauf gewartet, dass ein Vereinsmitglied auch an diesem Lauf teilnimmt und dann auch noch davon berichtet. Unsere Mitglieder kommen halt wirklich in der Welt rum.

        1. Nach deiner Bitte einen Bericht zu schreiben blieb mir ja fast nix anderes übrig Ronald 😉

          Es ist eben meine Wahrnehmung Nina, ich finde zb. den Thüringen Ultra viel besser, ist aber eben nur meine Meinung. Vielleicht können wir uns ja Mitte August austauschen.

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