Für die erfahrenen Ultra-Läufer müsste er wohl eher Small 25 heißen. Nichtsdestotrotz: Der 25-Kilometer-Lauf BIG 25 reizt vor allem wegen des tollen Zieleinlaufs ins Olympiastadion auch viele Mauerwegläufer immer wieder zur Teilnahme. Die meisten schafften es pünktlich zum Fototermin „um neun Uhr unter den Ringen“, trotz Anreiseproblemen (es war Bahnstreik) und heimischen Prioritätendiskussionen (es war Muttertag!). 

Die Vorfreude auf den Zieleinlauf war schon am Start zu spüren - die Mauerwegläufer am Olympiastadion, bereit für den BIG25.
Die Vorfreude auf den Zieleinlauf war schon am Start zu spüren – die Mauerwegläufer am Olympiastadion, bereit für den BIG25.

Wohl alle konnten es kaum erwarten, dass es endlich losging. Das geht Läufern vor Wettkämpfen zwar oft so, am Sonntag lag es aber vor allem an dem teils recht heftigen Wind (in Böen bis Windstärke 7…), der uns um die Ohren pfiff. Ich hatte mein Zopfband vergessen und konnte schon stehend kaum etwas sehen. Daher war ich ziemlich dankbar, dass Arne Funke sein Stirnband für mich opferte. So konnte ich dann im Startfeld, wo es dank der vielen Läufer um mich herum schon wieder viel wärmer war, wieder etwas sehen, wenngleich zu diesem Zeitpunkt nichts Neongelbes. Das sollte sich aber ändern.

Pünktlich um zehn fiel der Startschuss, und einige Minuten später schob sich auch mein Block B3 über die Startmatte. Auf den ersten Kilometern war es recht eng auf der Straße, das besserte sich deutlich, als die Zehn-Kilometer-Läufer kurz vor Kilometer 5 rechts abbogen – denn neben der Hauptdisziplin 25 Kilometer wird beim BIG 25 auch eine 10-Kilometer- sowie eine Halbmarathondistanz angeboten. Kurz vor dem Ernst-Reuter-Platz traf ich dann auf Jörn – oder vielmehr er auf mich – und es ergab sich, dass wir den gesamten Rest der Strecke zusammen bestritten, nachdem wir festgestellt hatten, dass wir beide ein Sechser-Tempo anstrebten.

Glücklich im Ziel: Die Sub-2:30h-Truppe (Jens, Nicole, Sonja und Jörn)
Glücklich im Ziel: Die Sub-2:30h-Truppe (Jens, Nicole, Sonja und Jörn)

Ich, um mein Vorjahresergebnis von 2:36h zu knacken, und Jörn, weil er den Lauf nur ganz locker zum „Auslaufen“ nehmen wollte – er hatte nämlich am Vortag bereits seine Premiere beim Supermarathon am Rennsteig hingelegt. Ich erstarre immer noch in Ehrfurcht ;-). Vor allem, weil man ihm – bis auf einen kleinen Durchhänger bei km 20/21 – überhaupt nicht anmerkte, dass er am Vortag bereits 73 Kilometer (bergig!) absolviert hatte. Was ihm, wie er mehrmals betonte, vor allem dank „Velo Tom“ Thomas Meier gelungen war: „Ohne Tom wäre ich definitiv nicht bis ins Ziel gekommen, das hat er echt toll gemacht.“

Auf jeden Fall war der Lauf für mich durch die spannenden Erzählungen vom Rennsteig und Diskussionen über den Hamburg-Marathon, den Jörn und ich zwei Wochen zuvor absolviert hatten, sehr kurzweilig. Zwischendurch trafen wir noch wiederholt auf Jens Noack und Matze Weiser, die wir wie auch Nicole Chojnacki im Ziel wiedertrafen. Dort hatten wir die Ehre, unsere Finisher-Medaille vom Vereinskollegen Norbert Möhr umgehängt zu bekommen und freuten uns bei Tee und Berliner Pilsner über unsere Sub 2:30h-Ergebnisse.

(Text: Sonja Schmitt, Fotos: Claudia Tautz und Sonja Schmitt)